Betreuungsformen

Intensivgruppen

In den Intensivgruppen werden überwiegend Kinder und Jugendliche untergebracht, die oft schon mehrere Therapie- und Diagnostikangebote der Kinder- und Jugendpsychiatrien durchlaufen haben. Mit unserem Konzept knüpfen wir an diese Therapiemaßnahmen an und setzen Empfehlungen der Kliniken um. In den Intensivgruppen leben Mädchen und Jungen, die eine besonders engmaschige heilpädagogische und psychologische Betreuung benötigen. In den Gruppen stehen den BewohnerInnen überwiegend Einzelzimmer zur Verfügung und gemeinsam genutzte Gemeinschaftsräume.

Im Haupthaus, der Berliner Chaussee 19, befinden sich  zwei Intensivgruppen mit 5 bzw. 6 Plätzen für Kinder ab dem 5. Lebensjahr und eine heilpädagogische Gruppe mit möglicher therapeutischer Begleitung mit 7 Plätzen sowie 3 Plätze im angegliederten Verselbständigungstraining. Auf dem weitläufigen Gelände gibt es einen Ballsportplatz und einen viel genutzten Kinderspielplatz.

Im Ergänzungsbau, der Berliner Chaussee 03, ist eine koedukative Intensivgruppe mit 7 Plätzen für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren untergebracht. Außerdem befinden sich hier zahlreiche Therapie-, Sport- und Spielräume.

 

Heilpädagogische Gruppe mit möglicher therapeutischer Begleitung

Da der Aufenthalt in den Intensivgruppen zeitlich begrenzt sein sollte, haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, bei entsprechendem Verhalten in die heilpädagogische Gruppe umzuziehen. Die Struktur dieser Gruppe beinhaltet andere Ansätze als in den Intensivgruppen und verlangt von den Mädchen und Jungen ein höheres Maß an Selbständigkeit und Gruppenfähigkeit. Um die in den Intensivgruppen begonnene therapeutische Arbeit bei Bedarf fortsetzen zu können, ist es möglich, die therapeutische Begleitung als Zusatzleistung (Finanzierung per Fachleistungsstunde) zu vereinbaren.

 

Traumapädagogische Gruppe

In unserer Arbeit nimmt der traumapädagogische Ansatz eine wichtige Stellung ein, da viele die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen traumatische Erlebnisse erfahren mussten.

Ein Aspekt unserer Alltagspädagogik ist der Umgang mit traumatischen Übertragungen und Rückblenden, der eine Zweigleisigkeit der Pädagogik erforderlich macht. (Arbeit mit alten und aktuellen Beziehungsinhalten). Die Struktur dieser Gruppe ermöglicht kontinuierliche Beziehungen durch unser Bezugserzieherprinzip.

Mit den Methoden des biografischen Arbeitens wird den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, ihre eigene Geschichte und das Ausagieren der dazugehörigen Gefühle zu verstehen. Ziel ist das Klären von Gefühlen wie Schuld, Ambivalenzen, Versagensgefühle durch eine erfolgte Rollenumkehr zwischen Eltern und Kind.

Wir bieten in der Spielbergstrasse 1   6 Plätze für Mädchen und Jungen im Alter von 5-14 Jahren an.

 

Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen im Rahmen der Heimerziehung ist eine weiterführende Form der Erziehungshilfe für junge Menschen mit dem Ziel, sie an eine autonome Lebensgestaltung heranzuführen. Hierfür stehen in einer abgeschlossenen Wohneinheit 2 Plätze für die Jugendlichen / jungen Erwachsenen zur Verfügung. In der Wohneinheit mit separatem Eingang sind zwei Einzelzimmer mit angeschlossener Küche und Bad vorhanden.

 

Schulische Förderung

Neben der Vermittlung des Gefühls, innerhalb einer „Familie“ Akzeptanz und Vertrauen zu finden, ist es für das Kind und den Jugendlichen besonders wichtig, individuelle Leistungsmöglichkeiten auszuschöpfen und eigene Leistungsreserven und Fähigkeiten zu entdecken. In unserer Gesellschaft sind der berufliche Erfolg und die gesellschaftliche Anerkennung von enormer Bedeutung. Misserfolge oder Leistungsdefizite belasten den Jungendlichen und den jungen Erwachsenen nicht nur im sozialen, sondern auch im psychischen Bereich sehr. Um die verschiedenen persönlichen schulischen Probleme abbauen zu können, muss ein individuelles Lernumfeld geschaffen werden, in dem Erfolg und Spaß möglich sind.

 

Lerntherapeutische Gruppe

Die beiden Lerntherapeuten/Innen unterrichten in zwei Kleingruppen von jeweils etwa sechs Schülern nach den aktuellen Rahmenlehrplänen, unter Berücksichtigung der verschiedenen Schulformen. Die Anforderungen werden dabei auf die jeweiligen Lernvoraussetzungen des Einzelnen sowie an dessen Persönlichkeit angepasst. Angebote, wie Töpfern, Entspannungs- und Konzentrationsübungen sowie die Nutzung eines Sportraumes werden unterstützend eingesetzt. Die Schüler arbeiten überwiegend selbständig nach einem auf sie individuell abgestimmten Tagesplan an ihren Aufgaben. Phasen des Frontalunterrichts sowie der Partner- und Gruppenarbeit fließen mit ein. Ziel für die Kinder und Jugendlichen ist es, neben dem Nachholen des versäumten Stoffes, die Freude am Lernen wieder zu entwickeln und eine Rückführung in den Schulalltag zu ermöglichen. Dabei arbeiten wir eng mit den Schulen der Region zusammen, unter anderem mit zwei Allgemeinen Förderschulen für Lernbehinderte, einer Förderschule für Erziehungshilfe, einer Förderschule für Geistig Behinderte, vier Oberschulen (zwei davon mit Integrationsklassen), einer Lernwerkstatt sowie dem Oberstufenzentrum. Darüber hinaus erhalten alle bei uns wohnenden Kinder und Jugendlichen in der Lerntherapeutischen Gruppe notwendige Unterstützungsangebote bei der Erledigung von Hausaufgaben oder Nachhilfe.

 

Psychologische Betreuung

Unsere psychologische Betreuung wird derzeit durch eine Psychologin geleistet. Die Arbeit besteht besonders in einzel- bzw. gruppentherapeutischen Sitzungen. Dabei gilt ein multimodaler Ansatz (systemisch, verhaltenstherapeutisch, gestalttherapeutisch) als Arbeitsgrundlage - der Fokus liegt in jeder Hinsicht auf der Ressourcenorientierung. Neben der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der therapeutischen Begleitung der Familien. Diese werden in regelmäßigen Intervallen zu Familiengesprächen eingeladen und/oder aufgesucht.