Intensivpädagogisches Projekt "Neustart"

Basisprojekt ( Haus 1 )

„Aus der langjährigen Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Kinder- und Jugendwohnanlage „Waldschlösschen“  in Lübben ergab sich die Notwendigkeit eines neukonzipierten Angebotes der Jugendhilfe. Vorrangig gilt es in reizarmer Umgebung verhaltensregulierend mit unseren teilweise delinquenten und aggressiven Jugendlichen sozialpädagogisch zu arbeiten.  Durch die Zuständigkeit der Jugendhilfe für Kinder und Jugendliche mit (drohender) seelischer Behinderung sind vermehrt auch solche Kinder und Jugendliche  in der stationären Erziehungshilfe, bei denen psychische Störungen zu einer Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft führen. Diese veränderten Rahmenbedingungen erfordern eine stärkere methodisch- sozialpädagogisch-therapeutische Differenzierung und Qualifizierung in der Hilfeform, welcher wir seit der Eröffnung des Intensivpädagogischen Projekt „Neustart“ im Juni 2008 Rechnung tragen.“

Zielgruppe ( Haus 1 )

„Dieses Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 12- 18 Jahren mit multiplen und häufig chronifizierten massiven Verhaltensstörungen, welche bereits andere Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen erfolglos durchliefen. Ihre Auffälligkeiten zeigen sich vor allem in nicht sozialangepasstem, delinquentem und/oder aggressivem Verhalten, Norm- und Regelverweigerung, fremd-und eigengefährdendem Verhalten, psychiatrischen Störungsbildern, Schulunfähigkeit und somit beschriebener seelischer oder drohender seelischer Behinderung (§ 35a SGB VIII)“

Rechtliche Grundlagen

  • Rechtsgrundlagen der Unterbringung:  §§  27, 34, 35a, 41 SGB VIII

Aufnahmebedingungen / Ausschlusskriterien ( Haus 1 )

  • Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren
  • Sämtliche Unterlagen und Informationen zu dem Jugendlichen
    müssen uns zur Verfügung gestellt werden
  • Sorgeberechtigte und zuständige Sozialarbeiter müssen sich die Einrichtung ansehen und sich mit dem Konzept vertraut machen
  • der Jugendliche wird zur Aufnahme in die Einrichtung gebracht
  • die Hilfe sollte mindestens auf ein Jahr angelegt sein
  • Jugendliche bei denen eine akute Suizidalität besteht bzw. eine akute psychotische Symptomatik können erst nach einer stationäre Behandlung aufgenommen werden
  • Jugendliche mit einer akuter Suchtproblematik können ebenfalls nicht aufgenommen werden

Erweiterungsprojekt ( Haus 2 )

Basierend auf den Erfahrungen  in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen im Intensivpädagogischen Projekt „Neustart“ seit 2008, haben wir dringenden Handlungsbedarf festgestellt, ein Erweiterungsangebot für die von uns zu Betreuenden zu entwickeln und anzubieten und dieses auch offen für Neuaufnahmen zu gestalten. Ausgehend davon, dass das IPP „Neustart“ bisher eine Einrichtung ist, in der vor allem verhaltensregulierend gearbeitet wird, das heißt sich vorranging der Vermittlung, des Trainierens und des Festigen  einfachster Regeln und Normen des Zusammenlebens gewidmet wird, stoßen wir nach Abschluss dieses Prozesses immer wieder an Grenzen bezüglich der Perspektivfindung für unser Klientel und der fehlenden Zeit, begonnene Prozesse der Aufarbeitung der eigenen Biografie, Missbrauchserfahrungen oder Traumata und auch der Möglichkeit ausreichende Zeit für die Nachreifung im geschützten Rahmen und der Entwicklung der Selbständigkeit zu haben. Daraus resultierend eröffneten wir am Standort Jänschwalde/Ost, im Spätsommer 2014 unser Erweiterungsprojekt. Grundsätzlich wird es eine Bereichs- und Projektübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Basisprojekt „Haus I“ und Erweiterungsprojekt „Haus II“ geben.

Zielgruppe ( Haus 2 )

 Die Jugendlichen erhalten die Möglichkeit den Prozess der „Nachreifung“, Perspektivgestaltung und Verselbstständigung, über das 18. Lebensjahr hinaus, pädagogisch und therapeutisch begleitet mit sukzessiver Übernahme von Eigenverantwortung, zu gestalten. Im Einzelfall kann auch über eine Aufnahme, entsprechend des bekannten Ablaufes und in Absprache mit dem fallzuständigen ASD Mitarbeiters des Jugendamtes, sofort in das Erweiterungsprojekt erfolgen. Voraussetzung für die Unterbringung ist, dass die Maßnahme notwendig und geeignet ist, und dass verhaltensregulierende Maßnahmen abgeschlossen oder nicht nötig sind. Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche, ab 14 Jahren bis über das 18. Lebensjahr hinaus, bis die persönliche Entwicklung es zulässt in einen eigenen Wohnraum zu ziehen.

Aufnahmebedingungen / Ausschlusskriterien ( Haus 2 )

  • Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, in Ausnahmefällen ab 12 Jahren
  • Sorgeberechtigte, zuständige Sozialarbeiter und der Jugendliche müssen sich die Einrichtung vorab ansehen und sich mit dem Konzept vertraut machen
  • der Jugendliche wird zur Aufnahme in die Einrichtung gebracht
  • Jugendliche bei denen eine akute Suizidalität besteht bzw. eine akute psychotische Symptomatik können erst nach einer stationäre Behandlung aufgenommen werden
  • Jugendliche mit einer akuten Suchtproblematik oder Schwangere können ebenfalls nicht aufgenommen werden